Garmisch/Bayern: Partnachklamm gefährlich? Sicherheitsrisiko an Ausflugsziel

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Sie ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen und Einheimische gleichermaßen. Doch ist sie auch sicher, die Partnachklamm? 

– Der Parkplatz an der Olympia-Schanze ist schon früh morgens zum Bersten voll. Aus allen Herren Länder strömen die Besucher in die Marktgemeinde, um die zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Die Partnachklamm zählt ganz ohne Zweifel zu den Highlights auf einer Garmisch-Partenkirchen-Tour.

Beliebtes Ausflugsziel überlaufen: „Das will ich nicht noch einmal erleben“

Auch Elisabeth Fischer reiste kürzlich aus dem Landkreis Freising an, um mit ihrer Freundin die Partnachklamm zu durchwandern. „Es ist schon einige Jahre her, als ich das letzte Mal hier war“, sagt die 69-Jährige. Ihren letzten Ausflug hat sie noch in guter Erinnerung. Grund genug, das optimistic Erlebnis zu wiederholen. Doch was den beiden Frauen widerfuhr, ist alles andere als angenehm. „Wir sind im Gänsemarsch in die Klamm gegangen. Immer wieder kam es zu längeren Staus und zeitweise ging es nicht mehr vor und nicht zurück“, berichtet sie. Bauch an Bauch drückten sich die entgegenkommenden Menschenschlangen aneinander vorbei. Eine unangenehme Scenario, sogar ein bisschen beängstigend. Nicht auszumalen, was bei einer plötzlichen Panik oder bei einem medizinischen Notfall passieren würde. Für die Touristin steht fest: „Das will ich nicht noch einmal erleben.“

Partnachklamm überlaufen: „Hinter mir wurden die Leute ungeduldig und begannen zu schimpfen“

Einem Gast aus dem Allgäu erging es ähnlich. Mit seinem stattlichen Rhodesian Ridgeback-Rüden machte er sich auf den Weg durch die Klamm. „Es waren unglaublich viele Menschen unterwegs, Väter mit Kraxen auf dem Rücken, Senioren mit Gehhilfen und unzählige Fotofreunde aus China und Japan“, schildert der 51-Jährige seine Eindrücke. Richtig kritisch wurde es, als eine Gruppe Japaner aus Angst vor dem großen Hund zur Salzsäule erstarrten. „Die blieben einfach stehen und nichts ging mehr.“ Nur mit nachdrücklichen Kommandos des erfahrenen Hundebesitzers konnten die verängstigten Touristen dazu bewegt werden, an dem Tier vorbeizugehen. „Das hat bestimmt fünf Minuten gedauert. Hinter mir wurden die Leute ungeduldig und begannen zu schimpfen und zu schieben“, erinnert sich der Allgäuer und wundert sich heute, warum so große Hunde überhaupt Zutritt zur Klamm bekommen. Er hätte durchaus Verständnis dafür, wenn ein Maulkorb Vorschrift wäre. „Das kenne ich auch aus öffentlichen Verkehrsmitteln in Italien und da funktioniert das ganz problemlos.“

Gap: Zu viele Besucher in Partnachklamm – Maßnahme geplant

Die hohen Besucherzahlen an schönen Tagen und die damit verbundenen Schwierigkeiten sind der Gemeinde bewusst. Man arbeite derzeit an einem Sicherheitskonzept, in Zuge dessen auch ermittelt werden soll, wie viele Besucher gleichzeitig in der Partnachklamm anwesend sein können, ohne Sicherheitsrisiken einzugehen. Das Ergebnis aus dieser Untersuchung ist dann Grundlage für die Programmierung der automatischen Drehkreuze, die an beiden Zugängen installiert werden. Das heißt, wenn die maximal zulässige Personenzahl erreicht ist, erhält der nächste Besucher erst dann Zutritt, wenn ein anderer die Klamm wieder verlassen hat. Rettungskräfte bekommen einen gesonderten Eingang direkt neben den Drehkreuzen. Bereits im späten Herbst dieses Jahres sollen sie einsatzbereit sein.

Garmisch-Partenkirchen: So soll die Partnachklamm sicherer werden

Die Errichtung der Drehkreuze macht die Verlegung zusätzlicher Leitungen durch die Klamm erforderlich. Sei dies abgeschlossen, können auch eine schaltbare Notbeleuchtung und weitere Notruftelefone installiert werden, teilt das Rathaus mit. Für den Haushalt 2020 würden zudem Mittel in Höhe von 180.000 Euro beantragt, die eine Verbreiterung des Wegs an insgesamt sechs neuralgischen Stellen ermöglichen. Im Falle einer Mittelbereitstellung sollen die Maßnahmen noch vor der nächsten Hauptsaison umgesetzt sein.

Bereits abgeschlossen sind die Neuvermessung des Nationalen Geotops und die Einteilung in verschiedene Rettungsabschnitte, die es der Leitstelle in Weilheim erleichtert, den Ort eines Unfalls oder Personenschadens zu lokalisieren. Dazu werde im Einzelfall das Hausrecht an BRK-Wasserwacht oder BRK-Bergwacht übertragen, damit diese ihre Aufgaben schneller und ohne Rückfragen erledigen können.

Zum Thema Hund lässt die zuständige Stelle in der Gemeindeverwaltung über die Pressestelle mitteilen, dass es bisher kaum Beschwerden gegeben habe. Daher sei über eine Anpassung der Benutzerordnung diesbezüglich nicht nachgedacht worden.

Den Mittenwalder Schafhaltern war angesichts des Unglücks, das vor etwas mehr als zwei Monaten geschehen war, nicht nach feiern zumute. Deshalb fiel auch die sonst übliche Prämierung der Tiere bei strömenden Regen im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.

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