Kölner Spielemesse: Diese Neuerungen gibt es 2019 auf der Gamescom

0
3

Köln –

„Spieler auf der ganzen Welt sollen die Gamescom erleben, egal wo sie sind“, sagt Felix Falk, Geschäftsführer des Branchenverbands „Game“ am Dienstag auf einer Veranstaltung zur Computerspielmesse. Die digitale Reichweite soll dort in diesem Jahr eine besonders große Rolle spielen. Sie ist – neben Internationalität und Entertainment – einer von drei Schlüsselbegriffen, auf die sich die Veranstalter der Messe besonders fokussieren wollen.

„Wir wollen den digitalen Besuch der Gamescom weltweit ermöglichen“, sagt Felix Falk. Ab dem 20. August wird das Team von „Gamescom Now“ zahlreiche Videos aufnehmen. Unter anderem können die „digitalen Besucher“ der Gamescom Live-Inhalte oder Interviews anschauen. „Die digitale Reichweite ist ein ganz entscheidender Faktor, wir wollen möglichst viel streamen“, sagt Falk.

370.000 Besucher im vergangenen Jahr

Die an Besucherzahlen gemessen größte Computerspielmesse der Welt findet in diesem Jahr vom 20. bis zum 24. August statt. Erwartet werden rund 1150 Aussteller aus 50 verschiedenen Ländern. Am 20. August ist die Messe zunächst nur für Fachbesucher geöffnet, ab dem 21. strömt dann auch das breite Publikum in die Messehallen in Deutz. Im vergangenen Jahr kamen 370 000 Besucher.

Neu ist in diesem Jahr die Eröffnungsshow der Messe: die „Opening Night Live“ am 19. August. Moderator und Produzent Geoff Keighley führt durch den Abend und präsentiert mit bekannten Größen der internationalen Game-Branche Weltneuheiten und Ankündigungen großer Publisher. Aber auch neue Trailer und Gastauftritte von Stars der Games-Branche hat die neue Live-Show der Gamescom zu bieten. Wer keine der 1500 Eintrittskarten für die Show bekommen konnte, kann sie im Stream verfolgen.

Abendticket eingeführt

Ebenfalls neu ist die Einführung eines Abendtickets, das von 16 bis 20 Uhr gültig ist und zur Optimierung des Messeablaufs beitragen soll. Man wolle den Komfort steigern, sagt Christoph Werner, Leiter des Messemanagements bei der Koelnmesse. Auch das Cateringangebot sei verändert worden.

Dieses Jahr findet die Messe auf 218 000 Quadratmetern statt. Das sind acht Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr, als die Gamescom durch den großen Besucherandrang räumlich an ihre Grenzen stieß. Das diesjährige Motto „Gemeinsam sind wir Games“ spiegelt laut Felix Falk den Geist der Community wieder: „Alle Zocker, die sich online kennengelernt haben, kommen auf der Gamescom zusammen“ sagt Felix Falk. Die Gemeinschaft sei ein elementarer Bestandteil von Computer und Videospielen, für die Spieler habe sie einen großen Stellenwert. Mehr als jeder Dritte 16- bis 24-jährige Gamer habe laut einer YouGov Umfrage im Auftrag der Gamescom innerhalb der Spiele-Community Freundschaften geschlossen.

Indie-Games im Fokus

Bei den Spielen stehen in diesem Jahr vor allem auch die Indie-Games im Fokus. Schon seit einigen Jahren gehören die kleineren Entwickler, die unabhängig von großen Videospielkonzernen sind, zu den Zuschauermagneten. Mit einem neueingeführten „Indie Dorf“ auf der Gamescom, in dem sich die unabhängigen Entwickler präsentieren können, wurde ihre Anzahl mehr als verdoppelt. „Das Indie-Village ist ein Highlight auf der diesjährigen Gamescom“, sagt Christoph Werner.

Der deutsche Games-Markt hat derweil im ersten Halbjahr 2019 sein Wachstum weiter fortgesetzt: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Umsatz mit Games und Spiele-Hardware um elf Prozent von 2,5 auf 2,8 Milliarden Euro gewachsen. Wie der Branchenverband Game bekanntgab, trugen dabei vor allem Gebühren für Online-Dienste zum Wachstum bei, deren Umsatz um 52 Prozent auf 228 Millionen Euro stieg. Um 28 Prozent ist auch der Markt für die In-Game-Käufe gewachsen. Hiermit wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 1,1 Milliarden Euro umgesetzt. „Der Games-Markt in Deutschland hat im ersten halben Jahr seine Erfolgsgeschichte weiter fortgeschrieben. Das starke und anhaltende Wachstum zeigt, welchen großen wirtschaftlichen Stellenwert Computer- und Videospiele eingenommen haben“, sagt Felix Falke.

Er brachte dennoch eine Mahnung an die Politik mit nach Köln: Der Anteil deutscher Entwickler am Markt sei, wie auch in den vergangenen Jahren, weiter gesunken. 2018 lag er nur noch bei 4,3 Prozent. „Das geht seit Jahren runter“, sagte Falk. Auch die Anzahl der Beschäftigten in der deutschen Games-Branche ist leicht rückläufig. Im Vergleich zu 2018 sank sie um 5,4 Prozent auf 11 014.

Source link