Mordauftrag?: Hamburger Millionär Falk: „Das verstößt gegen meinen Sportsgeist”

0
6

Frankfurt/Main –

Der Auftritt: lässig und äußerlich unbeeindruckt. Alexander Falk (50), Hamburger Millionär und Unternehmer, erklärte zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Frankfurt am Main, dass er unschuldig sei. Und dass er seine Familie vermisse.

„Einen feigen Anschlag in Auftrag zu geben, widerspricht allem, was mir wichtig ist, meiner Erziehung, meinen Werten, meinem Sportsgeist,“ erklärte der passionierte Segler aus Blankenese den Frankfurter Richtern.

Bereits zuvor hatte Falk vorlaufenden Kameras ein Statement im Gerichtssaal abgegeben: „Ich bin froh, dass der Prozess losgeht und ich meine Unschuld beweisen kann. Ich sitze seit knapp einem Jahr unschuldig im Gefängnis und vermisse meine Familie.” 

falk gibt interviews - Mordauftrag?: Hamburger Millionär Falk: „Das verstößt gegen meinen Sportsgeist"

„Sitze unschuldig im Gefängnis”: Falk gibt zum Prozessauftakt Interviews im Gerichtssaal.

Foto:

dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft Falk vor, im Jahr 2009 in einem Hamburger Restaurant einen Mittelsmann mit der Ermordung eines Frankfurter Rechtsanwalts beauftragt zu haben. Dazu soll er einen Umschlag mit Bargeld übergeben haben. Im Februar 2010 lauerten unbekannte Täter dem Rechtsanwalt auf und verletzten ihn durch einen Schuss ins linke Bein. Im September 2018 wurde Falk in Hamburg verhaftet.

Falk räumt Auftrag zu Datendiebstahl ein

Der Unternehmer, der Anfang des Jahrtausends zu den 100 reichsten Deutschen zählte, bestreitet den Mordauftrag, räumt aber ein, dass er einen Datendiebstahl bei dem Rechtsanwalt in Auftrag gegeben habe.Hacker sollten ihm ein Papier aus dem Rechner des Juristen besorgen, mit dem er seine Unschuld in einem Zivilverfahren beweisen wollte.

falk mit anwaelten - Mordauftrag?: Hamburger Millionär Falk: „Das verstößt gegen meinen Sportsgeist"

Alexander Falk (M) mit seinen Verteidigern Daniel Wölky (l) und Björn Gercke im Gerichtssaal des Frankfurter Landgerichts.

Foto:

dpa

Die Anklage zum Mordauftrag stützt sich hauptsächlich auf ein heimlich mitgeschnittenes Gespräch, in dem Falk sich erfreut über die bereits erfolgten Schüsse auf den Frankfurter Anwalt äußert. Seine Verteidiger betonen, dass die Aufnahme zusammengeschnitten und „nichts wert” sei. In dem Gespräch sei ohnehin mit keinem Wort erwähnt, dass ihr Mandant den Mordanschlag in Auftrag gegeben habe.

Falk soll mit Tonband erpresst worden sein

Außerdem habe der Kronzeuge der Staatsanwaltschaft jahrelang versucht, die Blankeneser Millionärsfamilie Falk mit der Tonaufnahme zu erpressen, bevor er zur Staatsanwaltschaft Frankfurt gegangen sei.

falk sitzend mit anwaelten - Mordauftrag?: Hamburger Millionär Falk: „Das verstößt gegen meinen Sportsgeist"

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 50-Jährigen vor, im Jahr 2009 in einem Hamburger Restaurant einen Mittelsmann mit der Ermordung eines Frankfurter Rechtsanwalts beauftragt zu haben. 

Foto:

dpa

Hintergrund des mutmaßlichen Mordauftrages soll ein Zivilverfahren gewesen sein, in dem der angeschossene Anwalt ein Unternehmen vertrat, das sich von Falk zu Zeiten des Neuen Marktes betrogen fühlte und Millionen Euro zurück forderte.

Falk, so kommt es in dem abgehörten Gespräch heraus, wollte unbedingt an ein Schreiben gelangen, das beweisen sollte, dass das klagende Unternehmen genau wusste, dass Falk ihm eine Firma mit künstlich aufgeblähter Bilanz verkauft hatte. Damit wären die Millionenforderungen hinfällig gewesen.

Der Hamburger Mammutprozess

Wegen des Betrugs mit den aufgehübschten Umsätzen war Falk vor zehn Jahren nach einem Mammutprozess vom Landgericht Hamburg zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

Das Landgericht Frankfurt hat mehr als 20 Zeugen und Sachverständige geladen. Urteil frühestens im Dezember.

Source link